Überall Katzenhaare – auf dem Sofa, an der Kleidung und kurz nach dem Saugen schon wieder auf dem Boden? Während des Fellwechsels verlieren viele Katzen deutlich mehr Haare als sonst.
Das lässt sich nicht vollständig verhindern. Du kannst deine Katze aber bei der Fellpflege unterstützen und dafür sorgen, dass weniger Haare in der Wohnung landen. Entscheidend ist, normalen Fellwechsel zu erkennen und die Pflege an das Fell deiner Katze anzupassen.
Kurz erklärt
Beim Fellwechsel erneuert deine Katze ihr Haarkleid. Mehr lose Haare können dabei normal sein. Kahle Stellen, entzündete Haut oder starker Juckreiz gehören dagegen nicht dazu.
Hat meine Katze Fellwechsel? So erkennst du ihn
Wenn beim Streicheln mehr Haare an deiner Hand hängen bleiben und sich auf den Liegeplätzen plötzlich Fellbüschel sammeln, steckt wahrscheinlich der Fellwechsel dahinter. Auch die Bürste füllt sich dann schneller als sonst, und es bleiben mehr Haare in ihren Borsten oder Zinken hängen.
Bei Katzen mit dichter Unterwolle fallen oft weiche, flaumige Büschel auf, die sich leicht vom restlichen Fell lösen. Andere Katzen verlieren eher gleichmäßig verteilte Einzelhaare, die du auf Kleidung, Kissen und Möbeln findest.
Wann haben Katzen Fellwechsel – und wie lange dauert er?
Viele Katzen haaren besonders im Frühjahr und Herbst. Im Frühjahr verlieren sie einen Teil ihres dichteren Winterfells. Im Herbst passt sich das Haarkleid erneut an die veränderten Bedingungen an.
Der saisonale Fellwechsel dauert meist mehrere Wochen. Wie lange deine Katze deutlich stärker haart, hängt unter anderem von den Lichtverhältnissen und ihren Lebensbedingungen ab. Eine feste Dauer gibt es nicht – bei manchen Katzen fällt die stärkere Haarung nur kurz auf, bei
Warum Wohnungskatzen auch ganzjährig haaren
Wohnungskatzen leben häufig bei relativ gleichmäßigen Temperaturen und sind zusätzlich künstlichem Licht ausgesetzt. Dadurch kann der saisonale Rhythmus weniger deutlich ausfallen. Statt zweier klar abgegrenzter Phasen verlieren manche Katzen über das ganze Jahr verteilt Haare.
Auch außerhalb des Fellwechsels werden einzelne Haare laufend erneuert. Eine vollständig haarfreie Zeit ist deshalb nicht zu erwarten.
Wann zum Tierarzt?
Verliert deine Katze plötzlich deutlich mehr Haare und bekommt dazu kahle Stellen, starken Juckreiz, wund geleckte Haut, Krusten, Appetitverlust, Müdigkeit oder zeigt andere Verhaltensänderungen? Dann lass sie beim Tierarzt untersuchen. Das passt nicht zu einem normalen Fellwechsel.
Warum verliert meine Katze so viele Haare?
Katzenfell erneuert sich laufend: Alte Haare fallen aus, neue wachsen nach. Beim saisonalen Fellwechsel werden zeitweise besonders viele Haare abgestoßen.
Bei Katzen mit dichter Unterwolle fällt das besonders auf. Diese feinen, weichen Haare liegen unter dem längeren Deckhaar und helfen, die Körperwärme zu halten. Wenn sich viele davon lösen, können ganze Büschel entstehen.
Ein Teil der losen Haare bleibt zunächst zwischen den anderen Haaren hängen. Später lösen sie sich beim Streicheln, Spielen oder Liegen.
Kurzes Fell bedeutet übrigens nicht automatisch wenig Unterwolle. Auch eine Kurzhaarkatze kann ein dichtes Unterfell besitzen und während des Fellwechsels kräftig haaren – zum Beispiel wie bei Britisch Kurzhaar, Russisch Blau oder Kartäusern.
Haarballen vorbeugen
Beim Putzen nimmt deine Katze lose Haare mit ihrer rauen Zunge auf und verschluckt sie. Während des Fellwechsels verschluckt sie dadurch mehr Haare als sonst. Das kann dazu führen, dass sie häufiger Haarballen erbricht oder würgt. Regelmäßiges Bürsten entfernt einen Teil dieser losen Haare, bevor sie verschluckt werden. Anti-Hairball-Futter oder Malzpasten können zusätzlich unterstützen, ersetzen aber nicht die Fellpflege.
Was hilft beim Fellwechsel und gegen Haare in der Wohnung?
Am besten ergänzt du die Fellpflege mit einer einfachen Reinigungsroutine. So entfernst du einen Teil der Haare direkt an deiner Katze und sammelst die übrigen dort ein, wo sie sich besonders häufig absetzen.
1. Regelmäßig bürsten
Bürsten entfernt lose Haare, bevor sie auf Möbeln landen oder beim Putzen verschluckt werden. Bei Kurzhaarkatzen kannst du während starken Haarens mit einer kurzen, sanften Pflege alle zwei bis drei Tage beginnen. Langes, schnell knotendes Fell solltest du täglich kontrollieren und bei Bedarf pflegen.
Warum eine normale Bürste nicht immer ausreicht
Unterwolle liegt dicht unter dem Deckhaar. Beim Fellwechsel lösen sich diese feinen Haare, bleiben aber teilweise zwischen den anderen Haaren hängen. Eine Bürste mit kurzen, weichen Borsten erreicht sie oft nicht ausreichend. Ein passendes Unterwollwerkzeug kann zwischen die Haare greifen und lose Unterwolle gezielt herausarbeiten.
Welche Bürsten gegen Unterwolle?
Für Kurzhaar mit Unterwolle:
Für kurzes, dichtes Fell mit Unterwolle empfehlen wir unseren Unterwoll-Trimmer. Er erfasst mit seiner fein gezahnten Edelstahlkante lose Haare im Unterfell, die mit weichen Borsten nicht erreicht werden. Verwende ihn auf trockenem, knotenfreiem Fell und ohne starken Druck. Als Einstieg empfehlen wir eine Anwendung pro Woche.
Wichtig
Fahre mit einem Unterwollwerkzeug nicht ständig über dieselbe Stelle, nur weil weiterhin Haare herauskommen. Das kann die Haut reizen oder zu viel Fell entfernen. Verwende den Trimmer maximal zweimal pro Woche.
Für mittellanges bis langes Fell mit Unterwolle
Bei längerem Fell empfehlen wir unseren doppelseitigen Unterwollkamm. Er besitzt eine grobe und eine feine Seite. Die grobe Seite eignet sich zum Lösen von Verfilzungen und zur Kontrolle, die feine Seite arbeitet lose Unterwolle gezielt heraus. Der Kamm schont dabei die Haut und ist bei richtiger Anwendung besonders effektiv. Als Einstieg empfehlen wir eine Anwendung pro Woche.
Tipp
Prüfe das Fell vor dem Ausbürsten auf verknotete Stellen. Besonders bei längerem Fell hilft dabei ein Kamm mit weiter auseinanderstehenden Zinken. Bleibt er hängen, ziehe nicht mit Gewalt weiter.
Unser doppelseitiger Fellkamm besitzt eine grobe und eine feine Seite. Die grobe Seite eignet sich zur Kontrolle und zum vorsichtigen Entwirren kleiner, lockerer Knoten. Bei größeren oder hartnäckigeren Verfilzungen hilft unser Entfilzungskamm für sanftes Entfilzen. Feste, hautnahe Filzplatten solltest du nicht selbst herausreißen – lass dir dabei von einem Groomer oder Tierarzt helfen.
2. Regelmäßig saugen oder einen Saugroboter nutzen
Wenn täglich neue Haare auf dem Boden liegen, helfen kurze, häufige Reinigungsrunden. Ein Saugroboter kann diese Arbeit zwischen den gründlicheren Reinigungen übernehmen und erleichtert dir den Alltag.
Achte bei der Auswahl darauf, ob das Gerät zu deinen Böden und Teppichen passt und wie leicht sich aufgewickelte Haare aus den Rollen entfernen lassen. Eine Absaugstation erleichtert das Leeren, ersetzt aber nicht die Reinigung der Bürsten.
3. Lieblingsplätze mit waschbaren Auflagen schützen
Schläft deine Katze immer auf derselben Sofaecke, sammelt sich dort besonders viel Fell. Eine waschbare Decke oder Auflage macht die Reinigung leichter: Du kannst sie abnehmen, enthaaren und waschen, statt jedes Mal den gesamten Bezug zu bearbeiten.
Das funktioniert auch auf Fensterplätzen und Lieblingssesseln. Halte eine zweite Auflage bereit, damit der Platz während der Reinigung weiter nutzbar bleibt.
4. Festsitzende Haare aus Polstern und Kleidung entfernen
Manche Haare verhaken sich im Stoff und lassen sich nicht einfach aufsaugen. Auf geeigneten Polstern helfen wieder verwendbare Tierhaarentferner oder Polsterbürsten, die Haare zusammenzuschieben. Anschließend kannst du sie aufnehmen oder absaugen.
Auch ein leicht angefeuchteter Gummihandschuh kann auf geeigneten Stoffen helfen. Für Kleidung ist eine Fusselrolle oft praktischer.
Teste Reibung, Feuchtigkeit und neue Werkzeuge zuerst an einer unauffälligen Stelle. Raue Kanten oder kräftiges Reiben können empfindliche Bezüge beschädigen.
5. Haare vor dem Waschen aus Textilien entfernen
Eine stark behaarte Decke einfach in die Waschmaschine zu stecken, entfernt nicht unbedingt alle Haare. Ein Teil bleibt im Stoff oder sammelt sich in der Maschine.
Entferne deshalb vorher möglichst viel Fell mit einem Haarentferner oder durch vorsichtiges Absaugen. Wasche anschließend nach Pflegeetikett und kontrolliere Trommel und Türdichtung auf zurückgebliebene Haare.
tipp
Es gibt spezielle Waschkugeln oder -bälle, die du mit in die Maschine werfen kannst. Sie helfen, Haare während des Waschgangs aus den Textilien zu lösen und sammeln sie auf.
Wenn das Textil in den Trockner darf, reinige danach dessen Flusensieb. Auch Staubsaugerrollen und Filter solltest du regelmäßig nach Geräteanleitung säubern.
Häufige Fragen
Bürsten entfernt lose Haare, steuert aber nicht den natürlichen Haarzyklus. Es unterstützt die Fellpflege und kann die Haarmenge in der Wohnung reduzieren, verkürzt den Fellwechsel jedoch nicht zuverlässig.
Normalerweise nicht. Eine gesunde Katze braucht wegen des Fellwechsels kein Bad. Passende Fellpflege reicht in der Regel aus. Besondere Verschmutzungen oder medizinische Gründe können Ausnahmen sein.
Nicht automatisch. Ein geeignetes Alleinfuttermittel soll den Nährstoffbedarf decken. Zusätzliche Vitamine oder Öle sind keine allgemeine Lösung gegen normales Haaren und sollten nicht wahllos ergänzt werden.
Fazit
Der Fellwechsel gehört zum Katzenleben. Wie stark er auffällt, unterscheidet sich von Tier zu Tier. Mit passenden Unterwollwerkzeugen wie unserem doppelseitigen Unterwollkamm oder Unterwoll-Trimmer entfernst du lose Haare effektiv und erleichterst deiner Katze das Putzen. Regelmäßige, schonende Fellpflege in Kombination mit sauberen Liegeplätzen, gezieltem Saugen und geeigneten Haarentfernern macht den Fellwechsel für dich und deine Katze deutlich angenehmer.




